06:03 Uhr

Ewig ist es her, seitdem es mir in den Fingern juckte und ich etwas zu Papier bringen wollte, was nichts mit der Uni zu tun hat. Ewig und drei Tage. Und der Auslöser war ein Instagramprofil einer jungen Deutschen, die mit einem J1-Visum nach Princeton ging. Könnte mir doch eigentlich egal sein, gell? Isses aber nicht. Ich bin im vorletzten Semester dieses Zweitstudiums, habe mit Bravour den Wechsel von L2 auf L3 verzogen, bin – zumindest bei meinen Pfaffen – im Notenolymp angekommen und eigentlich auch seelentechnisch endlich „da“. Langsam kristallinere sich heraus, bei wem ich diese vermaledeite WHA schreiben werde und über welches Thema und da kam dieser Erfahrungsbericht von der Dame zum richtigen Zeitpunkt. Für andere VISA als Besuchervisa darf man in der Botschaft bzw. im Konsulat vorstellig werden – oder man war nach 2011 in einem der Länder, die heutzutage als „Muslim Ban unter Präsident Trump“ zu verstehen sind. Dass Präsident Obama diese Länder auf eine spezielle Liste und somit aus dem ESTA-Verfahren ausgliederte, ist in dem Trubel der letzten Wochen völlig untergegangen. Für mich war das eigentlich echt schnuppe, wer das jetzt verbrochen hat. Wegen der syrischen Seite durfte ich dem Konsulat in Hibbdebach einen Besuch abstatten. Ende Februar war mein Termin und vorher bin ich tausende und abertausende Tode gestorben. Das neue Dekret von Präsident Trump hatte mich eiskalt erwischt, am 27. Jänner hatten wir die Flüge nach New York gebucht, am 28. Jänner morgens durfte ich erfahren, wie sich Ausgrenzung anfühlt: Mit einem Schlag gehörte ich zu D E N Leuten, die in den USA neuerdings unerwünscht sind. 

Doppelstaatler sind – zum Glück – von diesem Dekret ausgenommen, aber der erste Schock saß und sitzt immer noch tief. In den ersten Tagen des ersten Dekret war es uns Doppelstaatlern nicht mal erlaubt, in der Botschaft bzw. im Konsulat anzurufen geschweige denn überhaupt einen Antrag für ein Visum zu stellen. Sobald es die ersten Lockerungen gab, füllte ich diesen furchtbar schrecklichen Antrag aus und bin mir sicher, dass die Amerikaner jetzt mehr als ich über mich wissen. Unfassbar, was die alles wissen wollten! Und unfassbar, was ich mir für Sorgen machte! Ich hatte am 27. Feber um 07:30 Uhr mein „Interview“. Um 07:40 Uhr verließ ich das Konsulat und konnte nicht mehr aufhören zu grinsen. Auf die Frage, warum ich nicht ESTA nutzte, so als Deutsche, antwortete ich lapidar, dass mein Vater Syrer sei. „Ach echt? Sieht man Ihnen gar nicht an!“ Tatsache?! 
Ich bin jetzt 160$ ärmer und einer Erfahrung reicher. Aber in der nächsten Zeit benötige ich solch einen Stress erst einmal nicht mehr. 

06:16 Uhr ist die perfekte Zeit um a) R❤s yodafarbiges Kissen zu beenden b) ein, zwei Grannies für das Gästebett zu häkeln und c) an der ÄdL-Modulprüfung die zu 100% ins Examen geht weiterzuschreiben. Ich brauche Ferien, und zwar e c h t e.

ياسمين

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01:15 Uhr

Ja, ja, ja, ich sollte schon längst schlafen, zumal ich morgen früh meinem noch bei 3% stehendem Referat den letzten Feinschliff geben will und für ÄdL sowieso noch die Texte lesen muss. Also eigentlich isses wie immer (: 

R❤️ neben mir hat schon im Traumland eingecheckt, aber mich quält die fettige Pizza von vorhin. Seitdem wir einen Pizzastein für unseren riesengroßen Webergrill haben, bestellen wir nur noch selten Pizza. Heute Abend, müde vom langen Tach und mit Appetit auf „heiß & lecker“, brachen wir unsere guten Vorsätze für den Juni – und jetzt ist mir übel und mein Magen tanzt. Doov 😦

Allerdings infizierten mich meine Freundinnen A erfolgreich mit Criminal Minds, so dass ich jetzt noch ne Folge der 4. Staffel mir reinziehe und sich bis zum Ende dieser hoffentlich die Übelkeit verflogen hat, sodass ich R❤️ in mein eigenes Traumland folgen kann.

Gute Nacht,
ياسمين

17:34 Uhr

Hallo Welt,

wie geht’s denn so?

Heute ist ein bescheidener Regensonntag, den ich zwar im Bett verbringe, aber nur, da ich das Bett zu meinem zweiten Schreibtisch umfunktioniert habe. Viel ist in den vergangenen Monaten (bzw. Jahren) seit meinem letzten Post passiert, insbesondere das aus ياسمين – uns wurde und mittlerweile Eheleute. Ja, so schnell kann das manchmal passieren, wenn man den richtigen Deckel für seinen eigenen Topf findet. (Vermutlich bin ich doch kein Wok, aber selbst für diesen gibt es Deckel …)

Leider, und da bin ich ganz ehrlich, studiere ich immer noch. Aus dem großen Plan in 3 Jahren ein L2-Studium durchzuziehen, wurde leider nichts. „Blöderweise“ bin ich im letzten Frühjahr während meines 2. Schulpraktikums mal mit in die Oberstufe gegangen um mir selbst zu beweisen, dass die Oberstufe ja richtig Käse ist und mein Herz eindeutig für die Sek. I schlägt. Es schlägt eindeutig für die Sek. I, für die 5. bis 9. Klasse an einer Hauptschule uuuuuund für den Religionsgrundkurs in den Jahrgängen 11-13. So war das mit meiner Einschreibung und dem Verlassen der Dissertation nicht gemeint und gedacht und gefühlt und gesagt. Hauptschullehramt war mein Mantra – bis zu diesem vermaledeiten Ausflug in die Sek. II und diese wahnsinnigen tollen Unterrichtsthemen – in Reli.

*Hmpf* Ein Wechsel vom popeligen L2-Studium auf das L3-Studium ist in Frankfurt, vor allem mit meinem Lieblingsfach Religion, nicht so einfach gewesen. In anderen Fächern kann man sich ab bestimmten hohen Fachsemestern einfach umschreiben, Religion verlangt auf L3 neben Lateinkenntnissen (Gottseidank habe ich diese einst in meiner Mainzer Unizeit erworben, wenn auch nur mit ganz viel Ach und Krach) blöderweise auch das Bibelgraecum. Auf Deutsch heißt das, ein ganzes Semester lang, montags bis donnerstags 2 Stunden Altgriechisch in die Birne zu hauen. Oh Mann, war das ein Mist und ein mega schreckliches Semester und vor allem hatte ich das ganze Semester Sorge, diesen ollen Schein nicht zu schaffen, denn, ich hätte ja auch wunderbar auf L2 bleiben können. Ich hätte nicht wechseln müssen, spätestens nach dem vergangenen Wintersemester wäre ich komplett scheinfrei gewesen und würde wohl jetzt den verregneten Sommer über an der WHA schreiben und mich für’s Herbstexamen vorbereiten. Tu‘ ich aber gerade nicht. Stattdessen quäle ich mich mit ÄdL herum, lese und übersetze den Iwein in Neuhochdeutsch, versuche halbherzig mir die Grammatik anzueignen und verteufel die megafette Klausur am Ende des Semesters – in 5 Wochen. Denn erstaunlicherweise schaffte ich das Bibelgraecum, ich überlebte Klausur UND mündliche Prüfung, obwohl ich gar keinen Dunst von der gesamten Grammatik und so hatte. Und mit gar keinem Dunst, meine ich auch gar keinen Dunst. Null. Nada. Nix.

Tja, Reli ist fein, Deutsch gar nicht. Deutsch? Wieso Deutsch? Ich fing dieses L2-Abenteuer doch mit Mathe an. Ja, stimmt. Allerdings in einem anderen Leben. Nach dem 2. Semester nahm ich Deutsch als 3. Fach mit dazu, weil ich einfach keine Lust mehr auf diese wahnsinnig schweren Matheklausuren hatte und mir vor allem den Schnitt nicht versauen wollte. Da wusste ich ja auch noch nicht, dass ich das Studium auf L3 beenden werde. Doov, weil nicht zu Ende gedacht und andererseits einfach nur menschlich, weil doch zu Ende gedacht und auf’s Herz gehört. Und bis auf diese olle Literaturwissenschaft, finde ich das Studium – auf L3 – nicht sooo schlimm, also, manchmal schon und dann auch wieder nicht, im Moment nicht so toll, zumindest der eine Kurs. Dafür ist der andere Kurs toll, der Dozent ist so toll, dass ich gerade darüber nachdenke, meine WHA bei ihm zu schreiben. Also, letzten und diesen Monat, übernächsten Monat sieht die Welt sicherlich schon wieder ganz anders aus und da weiß ich sicherlich wieder nicht, was ich will oder doch oder vielleicht oder vielleicht doch nicht oder überhaupt. That’s life, und das ist auch gut so.

Schönen (Fußball-) Abend Euch,

ياسمين

15:44 Uhr

Tja, jetzt ist es tatsächlich so weit, dass ich wieder mal Lust habe zu schreiben. Eigentlich bin ich diesbezüglich arg erstaunt, quälte ich mich doch dieses Semester endlich durch Hausarbeiten über Themen, von denen ich niemals gedacht hätte, dass ich überhaupt in der Lage sei, dazu und darüber etwas zu schreiben. Irgendetwas. Überhaupt. Und bisher lief das erstaunlicherweise sehr gut. Jo.

Ich bin kein Ersti mehr. Seit dem 01. Oktober bin ich ein Vierti und werde zumindest im 5. Semester mit zwei Fächern scheinfrei sein. Insgeheim stelle ich mir schon gar nicht mehr die Frage, wo die Zeit geblieben ist, denn wenn ich etwas in den vergangenen Monaten lernte, dann, dass Zeit so schnell vergeht ohne das man eine Ahnung hat, wie schnell.

Und sonst so?

Aus ياسمين wurde ein uns.

Aus meinem Pixie ist fast schon ein Bob geworden, noch ein neuer Freund.

Mein erstes SPS war im Nachhinein so erschütternd, dass ich wohl doch nicht mehr an einer Hauptschule unterrichten möchte. Um das allerdings gleich klarzustellen, woran es lag: ich traf selten SuS, die so dermaßen die Arschkarte zogen und auf dieser Hauptschule landeten, wo sehr viele LuL regelrecht nach der Stechuhr arbeiteten und sich regelmäßig im Lehrerzimmer darüber ausließen, wie saudumm ihre SuS doch seien. Mir war vorher nie bewusst, wie wichtig ein gutes Kollegium ist. Nein, das trifft es noch nicht ausreichend: wie wichtig es ist, als Team zu fungieren. Wer sich bewusst für die Hauptschule entscheidet, entscheidet sich für SuS, die häufig nicht die kognitiven Leistungen erbringen können, wie z. B. Gymnasialschüler und das ist auch gut so. Dies 1. SPS war so grottenschlecht, weil die LuL – bis auf meine Mentorin Frau F. – einfach total Kacke waren. Man sieht, man kann auch im größten Pech Glück haben.

Mein kurzer Ausflug als U+-Kraft an so eine Schnöselgesamtschule wiederum bestärkt mich in meiner Ablehnung dieser Schulform gegenüber; Unterricht in solch heterogenen Klassen kann nicht klappen (wenn du das anders siehst, weil du leidenschaftlicher LoL an einer GS bist, dann schreib‘ mir).

Seit einem Monat lunger‘ ich an einer Abendrealschule herum und bin be-geis-tert! WOW! Ich nehme an einem einjährigen Projekt teil, welches SuS in ihrer Abschlussklassen zum Abschluss begleitet. Von meinen drei anderen Mitstreitern, die Pädagogik studieren und einen anderen Ansatz als ich verfolgen, habe ich seit Mitte September nichts mehr gesehen. Is‘ aber auch okay. Mein Schwerpunkt ist die intensive Mathenachhilfe. Welches ist nochma das Hassfach Nummero 1? Genau. Mathe. Meins war ja Deutsch, aber das ist eine andere Geschichte…

Insgesamt werde ich 4 SWS an der Schule sein, um prekäre Defizite in Mathe – hoffentlich! – ausbügeln zu können. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, würde ich mich schon freuen, wenn ich meine Schützlinge vonner 5 auf ne 4 bekomme. Mein erster Matheeindruck ist leider schon ziemlich hart. Bei solchen Defiziten frage ich mich regelmäßig, wie man überhaupt den Hauptschulabschluss schaffte.

Und jetzt verabschiede ich mich. Ich muss noch rund 4 Wochen Mood Blanket Grannys häkeln 😉

ياسمين

04:40 Uhr

Is‘ ja irgendwie nüx Neues, dass ich nicht schlafen kann. Und was tat ich alternativ? Ich hab‘ den Monat Januar für meine Mood Blanket endlich fertig bekommen! Alle anderen Projekte heuer müssen irgendwie warten, denn ab morgen (nachem Schlafen), darf ich dann die Squares für’n Feber anfangen …. Oh Maaaann, das wird sicherlich so eine Endlosgeschichte!!!

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Nachti,
ياسمين

10:55 Uhr

Neues Jahr, neues Glück – oder irgendwie so.

Gestern morgen stand ich noch bis zur Nasenspitze im Arabischen Golf und grad sitze ich in der Bib des PEG und sollte eigentlich diesen laaangen Text für Algebra lesen. Die Betonung liegt auf sollte, nach einer Woche wenig Internet, aber viel Schlaf, leckeres Essen und feine Wärme für die müden Knochen, verplemper ich grad ein wenig die Zeit, um im Netz zu surfen.
In drei Wochen (oder so) starten meine Detektiv und Natur-AG an der Merianschule und allmählich sollte ich mir mal Gedanken machen, wie ich die Detektiv-AG so aufziehen werde. Ich habe viele Ideen und werde versuchen, die DIY-technisch umzusetzen, weil kaufen ist ja doov (: Ich bin sehr gespannt.

Freitag gibt es Tipps, wie wir uns am Besten an unseren Schulpraktikumsschulen vorstellen – Freitag! Und das SPS startet schon am 24. FEBER!!! Wo ist denn nur die Zeit geblieben??? Oooooooh, ich bin ja sooooo gespannt und freue mich total. Natürlich habe ich noch keine Forschungsfrage, aber ganz, ganz viele Ideen, wie man Mathe und Reli praktisch umsetzen kann – vor allem bin ich gespannt, ob sich diese Ideen auch so umsetzen lassen 😉

Und sonst so? Sonst habe ich das erste Mal seit langer Zeit doch tatsächlich mal wieder Vorsätze für das neue Jahr: Sport. Ganz schlicht, und zwar mindestens zweimal die Woche. Und keine Oberteile mehr anzuziehen, die zwar schön sind, aber irgendwie optisch zu klein wirken. Meinen Kleiderschrank mal ganz konsequent auszumisten. Jeden Tag ein Granny Square zu häkeln (das wird schwer, denn am 12. und 13. schreibe ich 2x Mathe, aber, wird schon, irgendwie) und es am besten auch gleich aneinanderzubappen. Von meinen fertigen Werken dann auch Fotos zu machen und sie bei Ravelry hochzuladen und vor allem! sie mit diesem tollen Papierschnippsel zu versehen, denn mal ganz ehrlich, nach zwei Tagen bin ich froh, wenn ich mich noch an das Muster oder die Reihenfolge erinnere, aber die Nadelstärke ist so ne Zahl, die ich mir NIE merken kann *grummel*
Ach ja, konsequent bleiben und die Haare wachsen zu lassen – ich sehe schrecklich aus und das alles nur, weil ich keinen Pixie mehr sehen kann *seufz

Und jetzt beginne ich mal mein Näschen in 40. Funktionsbetrachtungen als Ansatz zum Mathematisieren in der Algebra zu stecken – uah, das klingt ja nach gaaaaanz viel Spaß…

ياسمين

19:33 Uhr

Nabend (:

ich bin sooo müde, werde aber noch (einfach weil ich es muss) ElMa machen. Allerdings erst später. Ich will heute mit den Weihnachtsgeschenken anfangen.

Die Freundin meines Brudidudis bekommt eine Tasche in rot – der Prototyp ist soooo schön und machte auch total viel Spaß, drum denke ich, dass das recht flott gehen wird. Für ihre Tochter wollte ich nen Hello Kitty-Schal machen. Die Anleitung gibt’s hier. Schaut toll aus, mal schauen, ob die auch einfach zum Häkeln ist.

Desweiteren habe ich Wolle für einen Pompomweihnachtskranz besorgt. An meine Haustür muss einfach was feines dran, und gibt’s was feineres als etwas selbstgemachtes? 😉 Ob ich jedoch bis Sonntag fertig werde, werde ich wohl Samstagabend sehen…
Und dann habe ich heute die „richtige“ Wolle für L. Burteltaggeschenk besorgt und damit fange ich jetzt auch an.

Über Audible hatte ich mir das neueste Werk von Jonas Jonasson (wasn Name *hahahaha) runtergeladen und werde jetzt der grandiosen Katharina Thalbach zuhören.

ياسمين