17:34 Uhr

Hallo Welt,

wie geht’s denn so?

Heute ist ein bescheidener Regensonntag, den ich zwar im Bett verbringe, aber nur, da ich das Bett zu meinem zweiten Schreibtisch umfunktioniert habe. Viel ist in den vergangenen Monaten (bzw. Jahren) seit meinem letzten Post passiert, insbesondere das aus ياسمين – uns wurde und mittlerweile Eheleute. Ja, so schnell kann das manchmal passieren, wenn man den richtigen Deckel für seinen eigenen Topf findet. (Vermutlich bin ich doch kein Wok, aber selbst für diesen gibt es Deckel …)

Leider, und da bin ich ganz ehrlich, studiere ich immer noch. Aus dem großen Plan in 3 Jahren ein L2-Studium durchzuziehen, wurde leider nichts. „Blöderweise“ bin ich im letzten Frühjahr während meines 2. Schulpraktikums mal mit in die Oberstufe gegangen um mir selbst zu beweisen, dass die Oberstufe ja richtig Käse ist und mein Herz eindeutig für die Sek. I schlägt. Es schlägt eindeutig für die Sek. I, für die 5. bis 9. Klasse an einer Hauptschule uuuuuund für den Religionsgrundkurs in den Jahrgängen 11-13. So war das mit meiner Einschreibung und dem Verlassen der Dissertation nicht gemeint und gedacht und gefühlt und gesagt. Hauptschullehramt war mein Mantra – bis zu diesem vermaledeiten Ausflug in die Sek. II und diese wahnsinnigen tollen Unterrichtsthemen – in Reli.

*Hmpf* Ein Wechsel vom popeligen L2-Studium auf das L3-Studium ist in Frankfurt, vor allem mit meinem Lieblingsfach Religion, nicht so einfach gewesen. In anderen Fächern kann man sich ab bestimmten hohen Fachsemestern einfach umschreiben, Religion verlangt auf L3 neben Lateinkenntnissen (Gottseidank habe ich diese einst in meiner Mainzer Unizeit erworben, wenn auch nur mit ganz viel Ach und Krach) blöderweise auch das Bibelgraecum. Auf Deutsch heißt das, ein ganzes Semester lang, montags bis donnerstags 2 Stunden Altgriechisch in die Birne zu hauen. Oh Mann, war das ein Mist und ein mega schreckliches Semester und vor allem hatte ich das ganze Semester Sorge, diesen ollen Schein nicht zu schaffen, denn, ich hätte ja auch wunderbar auf L2 bleiben können. Ich hätte nicht wechseln müssen, spätestens nach dem vergangenen Wintersemester wäre ich komplett scheinfrei gewesen und würde wohl jetzt den verregneten Sommer über an der WHA schreiben und mich für’s Herbstexamen vorbereiten. Tu‘ ich aber gerade nicht. Stattdessen quäle ich mich mit ÄdL herum, lese und übersetze den Iwein in Neuhochdeutsch, versuche halbherzig mir die Grammatik anzueignen und verteufel die megafette Klausur am Ende des Semesters – in 5 Wochen. Denn erstaunlicherweise schaffte ich das Bibelgraecum, ich überlebte Klausur UND mündliche Prüfung, obwohl ich gar keinen Dunst von der gesamten Grammatik und so hatte. Und mit gar keinem Dunst, meine ich auch gar keinen Dunst. Null. Nada. Nix.

Tja, Reli ist fein, Deutsch gar nicht. Deutsch? Wieso Deutsch? Ich fing dieses L2-Abenteuer doch mit Mathe an. Ja, stimmt. Allerdings in einem anderen Leben. Nach dem 2. Semester nahm ich Deutsch als 3. Fach mit dazu, weil ich einfach keine Lust mehr auf diese wahnsinnig schweren Matheklausuren hatte und mir vor allem den Schnitt nicht versauen wollte. Da wusste ich ja auch noch nicht, dass ich das Studium auf L3 beenden werde. Doov, weil nicht zu Ende gedacht und andererseits einfach nur menschlich, weil doch zu Ende gedacht und auf’s Herz gehört. Und bis auf diese olle Literaturwissenschaft, finde ich das Studium – auf L3 – nicht sooo schlimm, also, manchmal schon und dann auch wieder nicht, im Moment nicht so toll, zumindest der eine Kurs. Dafür ist der andere Kurs toll, der Dozent ist so toll, dass ich gerade darüber nachdenke, meine WHA bei ihm zu schreiben. Also, letzten und diesen Monat, übernächsten Monat sieht die Welt sicherlich schon wieder ganz anders aus und da weiß ich sicherlich wieder nicht, was ich will oder doch oder vielleicht oder vielleicht doch nicht oder überhaupt. That’s life, und das ist auch gut so.

Schönen (Fußball-) Abend Euch,

ياسمين

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